Chemie im Alltag – Chemische Reaktionen

Chemische Reaktionen im Alltag finden zum Beispiel beim Kochen, Backen oder Braten statt, wobei oft gerade die hier ablaufenden, recht komplexen Stoffumwandlungen zum typischen Aroma der Speise beitragen. Nahrung wird bei körpereigenen Abbauvorgängen chemisch in ihre Bestandteile zerlegt und auch in Energie umgewandelt. Eine gut beobachtbare chemische Reaktion ist die Verbrennung.

Haarfärbung, Verbrennungsmotoren, Handy-Displays, Waschmittel, Dünger, Arzneimittel u. v. m. sind weitere Beispiele für Anwendungen der Chemie im alltäglichen Leben.

Im Alltag wird der Begriff Chemie oft in einem eingeschränkten Sinn als Abkürzung für „Produkt der chemischen Industrie“ verwendet, zum Beispiel bei der Chemischen Reinigung: Diese reinigt Textilien mit (synthetischen) Lösungsmitteln. Der Reinigungsvorgang selbst ist in der Regel ein Lösen der Verunreinigung (beispielsweise eines Fettflecks) im Lösungsmittel und damit kein chemischer Prozess (Stoffumwandlung) im eigentlichen Sinne, sondern ein physikalischer Vorgang (Lösen). Im Gegensatz dazu ist das manchmal als „Putzen ohne Chemie“ gepriesene Auflösen von Kalkflecken mit Essig oder Zitronensaft sehr wohl ein chemischer Vorgang, da dabei festes Calciumcarbonat (Kalk) durch die Säuren zu löslichen Calciumsalzen und Hydrogencarbonat bzw. Kohlenstoffdioxid umgesetzt wird.

 

Molekulares Kochen:

Beim molekularen Kochen geht es darum mittels biochemischen und physikalisch chemischen Prozessen Getränke und Speisen herzustellen. Dieser Vorgang des Kochens wird auch Molekulargastronomie genannt. Bei der Zubereitung von Speisen und Getränken aus der molekularen Küche finden Erkenntnisse und wissenschaftliche Untersuchungen biochemischer, physikalischer und chemischer Prozesse statt.

 

Geschichtliches über die molekulare Küche:

1990 wurde der Begriff „Molekulargastronomie“ von Hervé This geprägt. Nur 2 Jahre später wurde in Sizilien ein Treffen über molekulare Gastronomie veranstaltet. Die Grundlagen der molekularen Gastronomie wurden damals von Nicholas Kurti verfasst. Wissenschaftler und Köche beschäftig(t)en sich intensiv damit, wie man Lebensmitteln verändern kann indem man auf sie mechanisch einwirkt, aber auch durch Temperaturveränderungen oder durch Verwendung von Zusatzstoffen. Sie erhoffen sich immer wieder neu aufkommende Kenntnisse über die Zubereitsungsprozesse zu erlangen. Einer der bekanntesten Wissenschaftler im Bereich der Molekularküche ist übrigens der deutsche Wissenschaftler Thomas A. Vilgis.