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Was
sind Stoffe
Molekülorbitale
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Orbitale der
Moleküle |
Eine allgemeine Einführung
über Orbitale ist auf folgender Seite zusammengestellt:
[Chemieplanet
> Elemente > Was
sind Atome > Orbitalmodell]
Noch einmal in Kürze:
Orbitale
geben Räume an, in denen sich Elektronen lieber, beziehungsweise weniger
gern aufhalten. Orbitale werden durch bestimmte mathematische Wellenfunktionen
beschrieben. Das ist erlaubt, weil Elektronen nicht nur Materiepartikel
sind, sondern auch Wellen wie das Licht. Das liegt leider jenseits unserer
menschlichen Vorstellung, aber die mit Hilfe der Mathematik ausgerechneten
Wellenfunktionen für Elektronen stimmen trotzdem erstaunlich gut mit
der beobachteten "Wirklichkeit" überein.
Am bekanntesten sind
die Atomorbitale (AO). Die wichtigsten
AO sind grafisch dargestellt unter:
[Chemieplanet
> Elemente > Was
sind Atome > Orbitalmodell
> Orbitalbilder]
Nun sind die Atome
ja nicht für sich allein, sondern gehen Bindungen untereinander ein.
Das heißt: Atomorbitale nähern sich einander an, verschmelzen
irgendwann und ergeben ein neues Orbital, das Molekülorbital
(MO).
Jetzt wird es ein
wenig mathematisch. Ich gebe zu, das ist leider wenig anschaulich, aber
wie bereits erklärt, ist es "erlaubt", Wellenfunktionen und damit
Orbitale auch jenseits unserer Vorstellungskraft mathematisch zu
berechnen. In diesem
Fall werden verschiedene Orbitale miteinander mathematisch kombiniert,
d.h. verknüpft.
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Am einfachsten ist
es, zwei kugelförmige 1s-Atomorbitale zu kombinieren. So ein kugelfürmiges
1s-Orbital ist links dargestellt. |
Orbitale, die aus
Wellenfunktionen konstruiert werden, zu "kombinieren" ist eine beliebte
Methode in der Quantenmechanik. Es gibt dabei unterschiedliche Möglichkeiten,
die Wellenfunktionen der 1s-Elektronen zu verknüpfen.
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Am einfachsten ist
es, beide Wellenfunktionen (oben) zu addieren, wie auf der linken Seite
der Grafik. Durch Addition erhaltene Molekülorbitale (unten) nennt
man bindende Orbitale. Ein bindendes
Orbital ist energetisch günstiger als die beiden reinen Atomorbitale.
Dieses "energetisch günstiger" geht ein in die Bindungsenergie. Dazu
weiter unten mehr. |
Das ist aber nicht
die einzige Möglichkeit. Man kann auch beide Wellenfunktionen voneinander
subtrahieren, wie auf der rechten Seite der Grafik. Auch das erlaubt die
Mathematik, auch das erlaubt die Quantenmechanik. Durch Substraktion erhaltene
MO nennt man antibindende Orbitale.
Zwei antibindende Orbitale sind energetisch schlechter gestellt als die
beiden reinen Atomorbitale. Und zwar um den gleichen Betrag, wie vorher
das bindende Orbital günstiger gewesen ist.
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Das Energieschema
(oder auch Termschema genannt) ist eine häufig verwendete Darstellung
in der Quantenmechanik, um zu verdeutlichen, wie sich verschiedene Orbitale
zueinander verhalten. Rein schematisch nähern sich von links und von
rechts die AO und ergeben dann die MO in der Mitte. Das bindende Orbital
ist energiegünstiger, das antibindende Orbital energieungünstiger
als das Atomorbital. Diese Energiedifferenzen wirken sich auf die Bindungsenergie
aus. |
Jetzt mag man
fragen, was soll das, die beiden AO voneinander abzuziehen, was soll denn
das mit dem "antibindend"? Noch einmal, bitte jegliche Vorstellung unserer
bekannten Welt über den Haufen werden - wir sind hier in einer vierzehn
Größenordnungen kleineren Welt, für die etwas andere Gesetze
gelten! Man kann das antibindende Orbital am besten so erklären: Zwei
AO verschmelzen miteinander - und ergeben nun auch zwei MO. Davon eines
bindend, das andere antibindend.
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Es läßt
sich zeigen, dass es diese antibindenden und die bindenden MO auch wirklich
gibt. So wie links sehen (1s-sigma)-Molekülorbitale ungefähr
aus, nachdem zwei (1s-)-Atomorbitale miteinander "verschmolzen" sind. |
Gut, was ist jetzt
der Sinn - doch nicht nur ein Spielzeug für theorieversessene Chemiker
oder Mathematiker...?
Nun, zurück
zu beiden 1s-Atomorbitalen. Für sich allein gestellt sind diese nichts
weiter als zwei gestrennte Elektronen zweier Wasserstoffatome. In der freien
Natur kommen reine Wasserstoffatome (H) aber eigentlich nicht vor.
Jetzt muss man noch
wissen, dass jedes Orbital - egal ob AO oder MO - mit zwei Elektronen besetzt
werden kann. Das ist das Pauli-Prinzip
(in ein Orbital "passen" Elektronen mit zwei getrennten Spinquantenzahlen).
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Zwei Wasserstoffatome
verbinden sich gerne zu einem H2-Molekül. Warum? Weil dies energetisch
günstiger ist. Beide Elektronen der Wasserstoffatome "passen" in ein
gemeinsames Orbital, nämlich in das energetisch günstigere
bindende Orbital.
Es gibt zwar noch das antibindende Orbital, in dem auch zwei Elektronen
Platz hätten, aber das wird beim Wasserstoff nicht besetzt. |
Anders beim Helium:
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Elementares Helium
hat zwei Elektronen in seinem 1s-Atomorbital. Zwei Heliumatome mit zusammen
vier Elektronen nähern sich einander. Zwei Elektronen denken sich,
prima, wir finden ja ein bindendes Orbital. Zwei Elektronen jedoch müssen
hinauf in das energetisch ebenso ungünstige antibindende Orbital wie
es für die Elektronen des bindenden Orbitals energetisch vorher noch
günstig gewesen ist. Das ist ein Nullsummenspiel. Für Helium
lohnt es sich also nicht, eine Bindung einzugehen. Die Heliumatome bleiben
also gerne für sich "alleine". |
Das ganze geht natürlich
nicht nur für 1s-Orbitale, sondern auch für 2s, 2p, 3s, 3d und
weitere AO. Alle lassen sie sich - mathematisch - wild miteinander kombinieren.
Das ganze geht für die kompliziertesten Moleküle.
So ergibt das Ethinmolekül
HCCH in etwa das unten abgebildete Molekülorbital.
Hier wird hoffentlich
der Unterschied deutlich zwischen einem
-
sigma-Orbital:liegt
in der Verbindungsachse zwischen den beiden Atomkernen und einem
-
pi-Orbital:
senkrecht zu der Verbindungsachse.
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Die Dreifachbindung
zwischen den beiden Kohlenstoffen ergibt sich also aus einem sigma-Orbital
(px-px-Bindung), und zwei pi-Orbitalen (py-py-Bindung und pz-pz-Bindung).
Die Bindungen zwischen Kohlenstoff und Wasserstoff ergeben jeweils sigma-Orbitale
(s-p-Bindung).
| So läßt
sich zum Beispiel anhand der MO-Theorie zeigen, dass Sauerstoff ein Radikal
ist (die Lewis-Formel O=O falsch ist, sondern
in Wirklichkeit Sauerstoff zwei ungepaarte Elektronen enthält). So
erklärt sich die hohe Reaktionsfähigkeit des Sauerstoffs. Dafür
benötigt man das Energieschema das Sauerstoffs - ich verzichte an
dieser Stelle darauf - und füllt die Orbitale "von unten nach oben"
auf.
Dabei ist die Hund'sche
Regel zu beachten: Haben zwei oder mehr Orbitale die gleiche Energie
(sie sind im Energieschema auf gleicher Höhe), dann werden die Orbitale
von Elektronen möglichst gleichmäßig aufgefüllt. Also
nicht zuerst ein Orbital mit zwei Elektronen vollgepackt und dann erst
das nächste besetzt, sondern ein Elektron in das erste, das zweite
in das zweite Orbital gleicher Energie. Erst wenn alle Orbitale gleicher
Energie mit jeweils einem Elektron gefüllt sind, werden sie auch mit
einem zweiten Elektron besetzt.
Die oberste besetzte
Energiestufe enthält dann zwei Orbitale, die gemäß der
"Hund'schen Regel" aber jeweils nur von einem Elektron besetzt werden.
Es finden sich also halbvolle Orbitale - man kann auch sagen, mit ungepaarten
Elektronen, die für den Radikalcharakter sorgen. |
Auf diese Weise lassen
sich Vorhersagen für die verschiedensten Moleküle treffen. Leider
ist der benötigte Rechenaufwand sehr hoch. Auch die leistungsfähigsten
Computer scheitern heute teilweise an der Vorhersagen der
chemischen Eigenschaften
einzelner Moleküle anhand der MO-Theorie. Die Versuche im "Reagenzglas"
haben also auch heute noch lange nicht ausgedient.
Weiterführende
Informationen
Mehr Informationen
über dieses Thema finden sich auf folgenden Internetseiten:
INFO:
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