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Redoxreaktionen
Redoxtitrationen
Potentiometrische
Verfahren
Das potentiometrische
Verfahren beruht auf der entstehenden Spannungsdifferenz zwischen einer
Referenzelektrode, deren Potential konstant gehalten wird, und einer einfachen
Elektrode, die in die Probelösung gehalten wird. Dabei wird der Titrationsendpunkt
durch einen auffälligen Spannungsanstieg angezeigt.
Beispiel: Bestimmung
des Eisengehalts einer Lösung
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In einen Erlenmeyerkolben
werden 10 ml einer eisenhaltigen Analyselösung und destilliertes Wasser
gegeben, wobei diese Lösung während des gesamten Versuchablaufes
mittels eines Magnetrührers gleichmäßig verrührt wird.
Eine einfache Platinelektrode wird in die Probelösung gehalten und
mit einem empfindlichen Spannungsmeßgerät am negativen Pol verbunden.
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Die Referenzelektrode
wird angefertigt, indem ein Silberblech in eine Chloridlösung, wie
z.B. HCl, eingetaucht wird und dieses mit dem positiven Pol des Meßgerätes
verbunden wird. Die beiden Lösungen werden mittels einer Salzbrücke
überbrückt.
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Für die Redoxtitration
wird 0,1 N Dichromatlösung verwendet, welches über eine oberhalb
des Erlenmeyerkolbens angebrachten Bürette gleichmäßig
in die Analyselösung titriert wird.
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Dafür ist ein saures
Milieu notwendig, sodass eine adäquate Menge Salzsäure in die
Lösung gegeben wird. Während der Titration notiert man jeweils
nach 1 ml Verbrauch Dichromat die gemessene Spannungsdifferenz. Wenn ein
deutlicher Spannungsanstieg zu verzeichnen ist, zeichnet dies den Titrationsendpunkt
aus, wobei das Meßgerät mit der oben angegebenen Polung einen
stark abfallenden Wert anzeigt.
Vor Beginn der Titration
ist die Lösung farblos. Nach einer Zugabe von etwas Dichromat wird
die Lösung leicht grünlich und nach weiterer Zugabe wirkt sie
gelblich-grün, wobei der grünliche Farbton sich bei der weiteren
Titration leicht intensiviert. Jedoch lassen die Farbtöne keine echte,
quantitative Aussage zu.
Die Redoxtitration
beruht auf der Oxidation von Eisenionen und der damit verbundenen Reduktion
von Dichromat:
Cr2 (VI)O72- + 6 Fe2+ (II)
+ 14 H+ 2
Cr3+ (III) + 6 Fe3+ (III) + 7 H2O
Cr2[VI]O7:
gelb-orange + Fe[II]: leicht grünlich
Cr[III]: grün
+ Fe[III]: gelbbraun
Die Reaktion ist möglich
aufgrund der unterschiedlichen Potentiale von Dichromat und Eisenionen:
Fe2+ Fe3+
+ e- [E0=+0,75 V]
2 Cr3+ + 7 H2O
Cr2O72- + 14 H+ + 6 e- [E0=+1,36
V]
Das heißt,
Dichromat hat ein größeres Bestreben, zu Cr3+ reduziert zu werden,
als Fe3+ zu Fe2+, welches somit ein Elektron für die Reaktion liefern
muß. Außerdem ist das Gleichgewicht zwischen Fe2+ und Fe3+
zunächst sehr weit zugunsten des Fe2+ verschoben, so daß das
Potential weitaus niedriger ausfällt.
Aus diesem Grunde
kann Dichromat als Titrator verwendet werden.
Um jedoch zu verhindern,
daß störende Nebenprodukte entstehen, zum Beispiel vom pH-Wert
abhängiges CrO42-, das ein Gleichgewicht mit
Cr2O72- eingehen würde:
2 CrO42- + 2 H+ <=> Cr2O72-
+ H2O
wurde die Lösung
zu Beginn mit Salzsäure angesäuert.
Aus der Kurve kann
der Äquivalenzpunkt (=Wendepunkt der Kurve) herausgelesen werden,
also an dem gilt: n(Cr2O72-) = 6*n0
(Fe2+). Im Wendepunkt ist die Lösung am empfindlichsten
gegenüber Veränderungen, sodass sofort ein großer Spannungssprung
zu verzeichnen ist.
Indikator-Redoxtitration
Im Gegensatz zum
potentiometrischen Verfahren zeigt hier der Indikator Diphemylamin den
Äquivalenzpunkt durch Farbumschlag von grün auf violett an.
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Auch hierbei werden
in einem Erlenmeyerkolben 10 ml derselben Analyselösung und etwas
Salzsäure gegeben, wobei der Magnetrührer während des Versuches
eingeschaltet bleibt.
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Daneben gibt man 4 Tropfen
in H2SO4 gelöstes Diphenylamin dazu. Die Titration
mit 0,1 N Dichromat erfolgt wieder über die Bürette, die gleichmäßig
in die Analyselösung getropft wird.
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Während der Titration
achtet man auf eine grünliche Verfärbung der Lösung. Danach
ist 5 ml Phosphorsäure zuzusetzen und weiter zu titrieren. Schlägt
die Lösung auf violett um, zeichnet dies den Titrationsendpunkt aus
und der Verbrauch ist zu notieren.
Die zunächst farblose
Lösung farblos wird nach Zugabe von Dichromat klar erkennbar grün.
Zu diesem Zeitpunkt werden 5 ml Phosphorsäure zugesetzt und anschließend
weiter titriert. Bereits eine geringe Zugabe Zugabe Dichromat reicht aus,
um die Lösung nun auf dunkelviolett bis schwärzlich umschlagen
zu lassen.
Die Phosphorsäurezugabe
war aus folgendem Grund notwendig: Der Umschlagspunkt des Redoxindikators
Diphenylamin mit konz. H2SO4 liegt bei E0 = +0,76
V. Damit die Reaktion in der ersten Gleichung vollständig abläuft
und nicht etwa Diphenylamin bereits von Fe3+ oxidiert wird,
wird das Potential der zweiten Gleichung erniedrigt, damit weiterhin der
Äquivalenzpunkt ermittelt werden kann, indem Fe3+ gebunden wird.
H3PO4
und Fe3+ bilden Fe(III) PO4. Der Äquivalenzpunkt
kann als Folge unter Berücksichtigung der unten angegebenen Fehlermöglichkeiten
auch mit dieser Methode annähernd genau ermittelt werden.
Vergleich der
beiden Verfahren
Die potentiometrische
Methode ist weitaus genauer, da die Dichromatmenge beliebig genau dosiert
werden kann und zu jedem Punkt ein genauer Spannungsunterschied festgestellt
und als Graph aufgetragen werden kann. Die auf den Indikator basierende
Methode führt wieder zu den typischen unvermeidlichen Fehlern, so
z.B. der weite Umschlagsbereich von Indikatoren, wobei nie sichergestellt
werden kann, wann letztendlich der Titrationsendpunkt erreicht ist.
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