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Reaktionsgleichungen
H2O
CO2
Allgemeines über Reaktionsgleichungen

Bei chemischen Reaktionen wandeln sich Ausgangsstoffe, Edukte genannt, in Endprodukte um.

Chemische Reaktionen sind oft begleitet von

  • Wärmefreisetzung (exotherme Reaktionen) oder von notwendiger
  • Zufuhr von Wärme (endotherme Reaktionen).
Mehr zur Energetik chemischer Reaktionen: [Chemieplanet > Elemente > Physikalische Chemie]

Reaktionsgleichungen in der Chemie beschreiben den Verlauf einer Reaktion.

Es gibt unterschiedliche Verfahren, anorganische Reaktionsgleichungen einzurichten:

  • Einrichten nach dem Masseerhaltungssatz bei einfachen anorganischen Reaktionen
  • Einrichten nach dem Ladungserhaltungssatz bei komplizierteren Redoxreaktionen
Das zweite Verfahren findet sich an folgender Stelle:

[Chemieplanet > Reaktionen > Redoxreaktionen > Redoxgleichungen]

An dieser Stelle beschränken wir uns auf das Verfahren mit den Masseerhaltungssatz. Dieses ist einfacher zu verstehen, jedoch wird es schnell unübersichtlich bei komplizierteren Reaktionen.
 

H2O
CO2
Einrichten nach dem Masseerhaltungssatz

Reaktionsgleichungen in der Chemie beschreiben zunächst einmal:

  • Die Ausgangsstoffe einer Reaktion
  • Die Endprodukte einer Reaktion
Erstes Beispiel:
 
Edukte: Wasserstoff und Sauerstoff Produkt: Wasser

Für Edukte und Produkte werden dann chemische Formeln eingesetzt:
 

Edukte: H2 und O2 Produkt: H2O

Zu chemischen Formeln siehe auch:
[Chemieplanet > Elemente > Was sind Atome > Chemische Formeln]

Edukte und Produkte werden durch Pfeile voneinander abgetrennt:

  • "" heißt dabei, die Reaktion läuft vollständig ab. Alle Edukte können sich in Produkte umwandeln, wenn die Edukte im richtigen Zahlenverhältnis zueinander stehen, dazu gleich mehr.
  • "" heißt dabei, die Reaktion läuft nicht vollständig ab. Alle Edukte wandeln sich makroskopisch bis zu einem bestimmten Grad in Produkte um, danach liegen Edukte und Produkte im Gleichgewicht vor. Im Gleichgewicht vorliegen bedeutet, dass sowohl die Hin- als auch die Rückreaktion ablaufen, aber die Hinreaktion ist ebenso schnell wie die Rückreaktion.
Verschiedene Edukte und verschiedene Produkte werden durch ein '+' Zeichen voneinander abgetrennt.

H2 + O H2O

Jetzt müssen Koeffizienten eingefügt werden, damit der Masseerhaltungssatz erfüllt wird:
 

Stoffmenge Edukte Produkte
Mol Wasserstoff 2 2
Mol Sauerstoff 2 1

Diese Gleichung ist also noch nicht vollständig; links stehen doppelt so viele Sauerstoffatome wie rechts. Das darf nach dem Masseerhaltungssatz nicht sein, denn auch Sauerstoffatome können sich ja nicht 'in Luft auflösen'.

Deshalb wird die Gleichung korrigiert, es werden nur die Hälfte der Stoffmenge an Sauerstoffatomen eingesetzt. An den chemischen Formeln für die Stoffe selbst darf natürlich nichts verändert werden, sehr wohl aber an den Koeffizienten (Vorzahlen):

1 H2 + 1/2 O 1 H2O

Jetzt stimmt die Gleichung:
 
Stoffmenge Edukte Produkte
Mol Wasserstoff 2 2
Mol Sauerstoff 1 1

 
Jetzt stellen vielleicht einige die Frage, weshalb die Sauerstoffmoleküle einfach halbiert werden dürfen. Die Antwort: Natürlich dürfen und werden nicht die Moleküle selbst halbiert; aber man kann sehr wohl an Stelle von 602.204.500.000.000.000.000.000 Sauerstoffmolekülen nur 301.102.250.000.000.000.000.000 Sauerstoffmoleküle einsetzen. Zur Erinnerung: 6,022*E+23 Teilchen stehen für die Stoffmenge von einem Mol. Ein halbes Mol kann also sehr wohl existieren.

Damit dieses Missverständnis von Anfang an ausgeräumt wird, werden daher vorwiegend ganzzahlige Koeffizienten verwendet. In diesem Beispiel wurde die Gleichung mit 2 multipliziert:

2 H2 + 1 O 2 H2O

Allgemeines Prinzip

Nach diesem und dem folgenden Schema können für viele der einfachen anorganischen Reaktionen Reaktionsgleichungen aufgestellt werden.

Dazu ein weiteres Beispiel:

1. Schritt: Beschreibung von Edukten und Produkten

Eisen und Sauerstoff ergibt Eisenoxid.

2. Schritt: Einführung der chemischen Formeln für die Stoffe

Fe + O Fe2O3

3. Schritt: Einführen der Koeffizienten:

Der Masseerhaltungssatz ist noch nicht erfüllt:


Stoffmenge Edukte Produkte
Mol Eisen 1 2
Mol Sauerstoff 2 3

Rechnung:

  • Rechts steht doppelt so viel Eisen wie links. Eisen muss also auch auf der linken Seite verdoppelt werden.
  • Rechts stehen 3/2 mal mehr Sauerstoff als links. Der Sauerstoff muss also auf der linken Seite den Koeffizienten 3/2 erhalten.
2 Fe + 3/2 O Fe2O3

Jetzt stimmt der Masseerhaltungssatz:

Stoffmenge Edukte Produkte
Mol Eisen 2 2
Mol Sauerstoff 3 3

Letzter Schritt: Einführung ganzzahliger Koeffizienten:

Multiplikation mit 2:

4 Fe + 3 O 2 Fe2O3

Dieses Prinzip kann auch bei schwierigeren Gleichungen angewendet werden.

Hierbei kümmert man sich um Wasserstoff und Sauerstoff oft erst später, weil er meist in beliebiger Menge in wässrigen Lösungen und in der Luft vorkommt (Wasserstoff aber natürlich nicht in elementarer Form). Allgemein sollten in Reaktionsgleichungen zuerst diejenigen Elemente ausgeglichen werden, die möglichst wenig vorkommen, dann erst diejenigen, die öfter auftauchen.

1. Schritt: Beschreibung von Edukten und Produkten

Bariumnitrid und Wasser ergeben Bariumhydroxid und Ammoniak

2. Schritt: Einführung der chemischen Formeln für die Stoffe

Ba3N2 + H2 Ba(OH)2 + NH3

(Diese chemischen Formeln können z.B. aus Büchern entnommen werden)

3. Schritt: Einführen der Koeffizienten

Der Masseerhaltungssatz ist noch nicht erfüllt:

     
    Stoffmenge Edukte Produkte
    Mol Barium 3 1
    Mol Stickstoff 2 1
    Mol Sauerstoff 1 2
    Mol Wasserstoff 2 5
Rechnung:
  • Links steht dreimal so viel Barium wie rechts. Barium muss also auch auf der rechten Seite den Koeffizienten 3 erhalten.
  • Links stehen doppelt so viel Stickstoff wie links. Der Stickstoff muss also auf der rechten Seite auch verdoppelt werden.
  • Um Wasserstoff und Sauerstoff kümmern wir uns gleich.
Ba3N2 + H2 3 Ba(OH)2 + 2 NH3

Der Massererhaltungssatz ist jetzt für Barium und Stickstoff erfüllt:

     
    Stoffmenge Edukte Produkte
    Mol Barium 3 3
    Mol Stickstoff 2 2
    Mol Sauerstoff 1 6
    Mol Wasserstoff 2 12
Frage am Rande: Wie kommt man auf 12 Mol Wasserstoff?
  • Ba(OH)2 enthält 2 Mol Wasserstoff
  • 3 Ba(OH)2 enthält 3*2 Mol=6 Mol Wasserstoff
  • NH3 enthält 3 Mol Wasserstoff
  • 2 NH3 enthält 2*3 Mol=6 Mol Wasserstoff
  • 6 Mol Wasserstoff + 6 Mol Wasserstoff = Insgesamt 12 Mol Wasserstoff auf der Produktseite
Ähnlich läuft die Rechnung für den Sauerstoff ab. Ausprobieren!

4. Schritt: Ausgleich von Wasserstoff und Sauerstoff

Jetzt bleibt nur noch Wasserstoff und Sauerstoff zu korrigieren.

Stoffmenge Edukte Produkte
Mol Barium 3 3
Mol Stickstoff 2 2
Mol Sauerstoff 1 6
Mol Wasserstoff 2 12

Rechnung:

  • Rechts steht sechsmal so viel Sauerstoff wie links. Sauerstoff muss also auch auf der linken Seite den Koeffizienten 6 erhalten.
  • Rechts steht sechsmal so viel Wasserstoff wie links. Der Wasserstoff muss also auf der linken Seite auch versechsfacht werden.
  • Wasserstoff und Sauerstoff erhalten wir in diesem Fall aus dem Wasser:
Ba3N2 + 6 H2 3 Ba(OH)2 + 2 NH3

Masseerhaltungssatz ist erfüllt:


Stoffmenge Edukte Produkte
Mol Barium 3 3
Mol Stickstoff 2 2
Mol Sauerstoff 6 6
Mol Wasserstoff 12 12

Letzter Schritt: Einführung ganzzahliger Koeffizienten

Entfällt in diesem Beispiel. Die fertige Gleichung lautet also:

Ba3N2 + 6 H2 3 Ba(OH)2 + 2 NH3

Fertig!

Ermitteln von Reaktionsgleichungen nach dem Ladungserhaltungssatz findet sich an folgender Stelle:

[Chemieplanet > Reaktionen > Redoxreaktionen > Redoxgleichungen]

Weitere nützliche Hinweise zu Reaktionsgleichungen finden sich auf folgenden Internetseiten:
 

Übungsaufgaben zu Reaktionsgleichungen Wegerle
Aufstellen chemischer Gleichungen SchuleStudium.de
Lösen stöchiometrischer Gleichungen
mit Hilfe eines Java-Applets
Cgs.at


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