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| . | Geschichte der
Chemie
Anfang 1500 wurden alchimistische Werke immer häufiger verlegt und wurden vom breiten Publikum begeistert aufgenommen. Selbst Fürsten begannen damit, in Laboratorien zu arbeiten; es gab zu dieser Zeit kaum mehr aristokratische Häuser in Mittel- und Westeuropa, in denen keine alchimistischen Studien betrieben worden wären. Die Alchimie war nicht länger eine Geheimlehre. Am französischen Königshaus wurde der Chemiker W. Homberg durch den Herzog von Orléans nach dem Tode Ludwigs XIV beschäftigt, der zum ersten Mal die Neutralisation von Säuren analytisch verfolgte. Er gelangte Anfang 1700 zu europäischen Ruhm. Auch Isaac Newton, der heute vor allem als Mathematiker und Physiker bekannt ist, betrieb ein Laboratorium. Er soll bis früh in die Morgenstunden Versuche angestellt haben. Zusammen mit seinem Gehilfen wachte er wochenlang Tag und Nacht darüber, dass das alchimistische Feuer nicht verlöscht, bevor seine Experimente abgeschlossen waren. Schließlich brannte sein Labor mit einem Teil seiner Aufzeichnungen nieder. Der Graf von Saint-Germain konnte Ludwig XV von seinen chemischen Kenntnissen überzeugen. Er arbeitete daran, für die Tuchfabriken neue Farben herstellen zu können. Für den König richtete Saint-Germain ein eigenes Laboratorium ein. Nebenbei glaubte die am Hofe lebende Marquise de Pompadeur, von Saint-Germain das Elixier der Jugend zu empfangen. Der Widersacher Saint-Germains hieß Casanova, selbst Alchimist. Casanova selbst gilt eher als Betrüger, der von sich behauptete, das Rezept für Lebenselixiere zu kennen, Geheimmittel für die Bereitung von Metallen, Gold und Diamanten. Überhaupt wurde die Verlockung für viele Alchimisten immer größer, mit betrügerischer Alchimie das schnelle Geld zu erwirtschaften. Leicht gaben einige Fürstenhäuser Zehntausende, in Einzelfällen sogar Millionen von Talern aus, um an das Geheimnis zu kommen, wie Gold aus minderwertigen Materialien herzustellen sei. Aber auch umgekehrte Anweisungen gab es: Im Jahr 1329 zwang der englische König Eduard III. mehreren Alchimisten dazu, minderwertige Silbermünzen für seine Auseinandersetzungen mit Frankreich herzustellen. Aber auf der Suche nach Gold und dem Stein der Weisen wurde beispielsweise das weiße Porzellan entdeckt, die zur Gründung der Porzellanmanufaktur Meißens führte. Auch vor Johann Wolfgang von Goethe machte die Alchimie nicht Halt, wie aus seinen Dichtungen des Doktor Faustus bekannt sein sollte. Ein weiterer bekannter Dichter ist beispielsweise E.T.A. Hoffmann. Auch im vergangenen 20. Jahrhundert gab es noch einzelne Fälle, in denen Personen vorgaben, Gold isolieren zu können. Und das, obwohl es seit dem vergangenen Jahrhundert tatsächlich möglich ist, Gold aus anderen Elementen herzustellen. Aber die Kosten würden den Verkaufswert des Goldes natürlich um ein Vielfaches übersteigen.
Der
Arzt Paracelsus (1493-1541) faßte als erster die Funktionen
des menschlichen Körpers als chemische Umwandlungen auf. Er begründete
damit die Iatrochemie. Zunächst
erzielte er durchaus Heilerfolge mit seinen Medikamenten. Als er jedoch
begann, seine Therapien zu übertriben und einige Patienten Schaden
nahmen, geriet Paracelsus in eine berechtigte schlechte Presse.
Die meist stark spezialisierten Chemiker dieses Zeitraums beschäftigten sich mit der Herstellung von wenigen Präparaten. Immer mehr rückte die Synthese chemischer Produkte in den Vordergrund:
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Literaturquellen:
[1] Otto Krätz - 7000 Jahre Geschichte Chemie, Nikol Verlagssgesellschaft,
Hamburg
[2] Die faszinierende Welt der Chemie, Bassermann Verlag