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Was
sind Atome
Das
Orbitalmodell
Was
sind Atome
Die
Schrödingergleichung
-
"Es kann weder Ort noch Geschwindigkeit für Elektronen
gleichzeitig bestimmt werden."
-
"Es kann aber die Aufenthaltswahrscheinlichkeit der Elektronen
für einen bestimmten Ort angegeben werden."
-
"Die Lösung der Schrödingergleichung beschreibt
Orbitale , die eben diese Aufenthaltswahrscheinlichkeit angibt."
| Das Schalenmodell,
das weitgehend dem Bohr'schen Atommodell mit bestimmten Vereinfachungen
entspricht, beschreibt Elektronen als klassische Teilchen- und Ladungsobjekte,
die in fest definierten Schalen um den Kern kreisen, so wie Planeten in
Ellipsenbahnenum die Sonne kreisen.
Das
Schalenmodell
|
 |
Die Quantentheorie
zeigte jedoch spätestens mit der Heisenberg'schen
Unschärferelation schnell, dass ein Elektron sich um den Kern
mehr wie eine Art diffuse 'Elektronenwolke' verhält. Elektronen kann
man schließlich nach dem Physiker
De
Broglie sowohl nicht nur als Teilchen, sondern auch als Welle beschreiben.
Der Fachbegriff hierfür ist Welle-Teilchen-Dualismus. Es soll auch
hier nicht tiefer auf die mathematisch-physikalischen Grundlagen eingegangen
werden.
Aber für diese
diffuse 'Elektronenwolke' hat der Physiker Schrödinger
eine Gleichung entwickelt, die Schrödingergleichung.
Diese Gleichung leitet sich von der physikalischen Vorstellung von Elektronen
als sogenannte stehende Wellen ab. Darauf soll an dieser Stelle nicht näher
eingegangen werden. Nur so viel: Man ordnet jedem Elektron eine sogenannte
Wellenfunktion
zu, der man meistens den griechischen Buchstaben Y
zuordnet.
Die Wellenfunktion
Y bringt,
sehr vereinfacht ausgedrückt, die geometrische Form der 'Elektronwolke'
in einen mathematischen Ausdruck.
Für nähere
Hintergründe sei an dieser Stelle auf die Buchtipps verwiesen:
Buchtipps
zu:
Physikalische
Chemie
Die Lösung der
Schrödingergleichung beschreibt die Orbitale
der Elektronen (orbit für englisch: Planetenbahn, Bereich).
Wie man sich die Orbitale vorzustellen hat, dazu gleich mehr.
Der mathematische
Hintergrund ist so kompliziert, dass man die Lösung der Schrödingergleichungen
für verschiedene Atome und Moleküle nur mit Hilfe von Computern,
und dies oft auch nur in Näherung erhält. Über ein Viertel
der großen Rechenzentren weltweit sind mit den Berechnungen der Theoretischen
Chemiker beschäftigt, die nichts weiter als die Schrödingergleichungen
immer exakter zu lösen versuchen!
Aus den Orbitalen
kann man z.B. die sogenannte "Radiale Aufenthaltswahrscheinlichkeit" der
Elektronen um einen Atomkern entwickeln. Das heißt, man berechnet,
in welchen Abständen vom Kern das Elektron sich mit höherer Wahrscheinlichkeit
aufhält und in welcher mit niedrigerer.
 |
Für das Elektron
des Wasserstoffes sieht die Lösung der Schrödingergleichung beispielsweise
wie links abgebildet aus.
Nach oben qualitativ
aufgetragen ist die "Radiale Aufenthaltswahrscheinlichkeit" des Elektrons
für die Wellenfunktion Y.
Nach rechts aufgetragen
ist der Radius R, der Abstand vom Atomkern. |
Der mathematische
Ausdruck für die "Radiale Aufenthaltswahrscheinlichkeit" ist (4pr2)Y2,
daran soll man sich zunächst einmal nicht stören lassen.
Aber folgende Aussagen
können doch getroffen werden:
-
Am Atomkern (Nullpunkt)
hält es sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 0 auf. Das ist ja auch
logisch, denn im Atomkern selbst wird sich das Elektron wohl zu keinem
Zeitpunkt aufhalten.
-
In
einer gewissen Entfernung hält das Elektron sich vorwiegend auf, am
wahrscheinlichsten trifft man es am blau markierten Radius Reff
an. Dies ist der effektive Atomradius.
Im Bereich dieses effektiven Atomradius trifft man das Elektron mit einer
Wahrscheinlichkeit von etwa 90 Prozent an. Es gibt übrigens auch andere
Definitionen für
Atomradien.
-
Anschließend läuft
die Wahrscheinlichkeit schnell gegen Null. In großer Entfernung zum
Atomkern wird man ein gebundenes Elektron also so gut wie nicht antreffen.
Jetzt stellen wir uns
das ganze dreidimensional vor.
| Wir beobachten das
Elektron eine Zeit lang bei seiner Umkreisung des Atomkerns. Dabei ergibt
sich nach und nach eine Kugelform.
Diese Kugel hat keinen
festen Rand, aber weil am effektiven Atomradius das Elektron sich am liebsten
aufhält, wird sich dort so etwas wie eine flaumige Oberfläche
bilden (die von dem schnell herumschwirrenden Elektron gebildet wird, wenn
wir uns das Elektron wieder als Teilchen vorstellen). |
 |
Diese Kugel ist das
Orbitalbild
für das Elektron des Wasserstoffatoms im Grundzustand. Weitere Orbitalbilder
werden gezeigt, nachdem wir uns vorher mit den Quantenzahlen beschäftigt
haben.
Quantenzahlen
Bevor
auf weitere Lösungen der Schrödingergleichung eingegangen wird,
sollen noch die Quantenzahlen behandelt werden. Die verschiedenen Quantenzahlen
ergeben sich aus experimentellen Beobachtungen und theoretischen Überlegungen.
In der quantenmechanischen
Vorstellung kommen vier verschiedene Quantenzahlen
vor, die folgendermaßen heißen:
-
Die Hauptquantenzahl:
Sie entspricht den Schalen des Bohr'schen
Atommodells. Man sagt auch, diese Zahl gibt auch die Energie an,
die ein Elektron aufweist. Anschaulich jedoch gibt die Hauptquantenzahl
die Größe eines Orbitals an.
Hauptquantenzahlen
sind natürliche Zahlen: n = 1,2,3,4,...
-
Die Nebenquantenzahl:
Sie entspricht den Unterschalen des
Bohr'schen Atommodells. Diese Zahl gibt die Form eines Orbitals
an. Die Form unterscheidet sich nämlich für s-,p-,d- und f-Elektronen.
Siehe auch weiter unten, Orbitalbilder.
l = 0,1,2,...,(n-1)
-
Die magnetische
Quantenzahl: Diese Zahl gibt die räumliche Orientierung
eines Orbitals im dreidimensionalen Raum an. Auf die Bezeichnung 'magnetisch'
soll im Moment nicht näher eingegangen werden; sie kann für das
Verständnis der Orbitale ignoriert werden.
m = -l,...,-1,0,1,...+l
-
Die Spinquantenzahl:
Ein Orbital kann mit zwei Elektronen besetzt werden. Um diese zwei Elektronen
zu unterscheiden, wurde die Spinquantenzahl eingeführt. Früher
dachte man, die beiden Elektron würden jeweils eine Art entgegengesetzte
Eigendrehung (Spin) im gleichen Orbital aufweisen. Das wurde bis
heute nicht bestätigt, jedoch ist der Name bis heute gebräuchlich.
s = -1/2,+1/2
Nach
dem Pauli-Verbot unterscheiden sich
alle
Elektronen eines Atoms in mindestens einer Quantenzahl. Anders formuliert:
Zwei Elektronen des gleichen Atoms dürfen nie in allen vier
Quantenzahlen übereinstimmen!
Beispiele:
Für die 1. Periode
(Hauptquantenzahl n=1) gelten die Quantenzahlen:
| n=1 |
l=0 (s-Elektronen) |
m=0 |
s = -1/2 |
| n=1 |
l=0 |
m=0 |
s = +1/2 |
Es können sich
also maximal zwei Elektronen in der 1. Periode aufhalten.
Für die 2. Periode
(Hauptquantenzahl n=2) gelten die Quantenzahlen:
| n=2 |
l=0 (s-Elektronen) |
m = 0 |
s = -1/2 |
| n=2 |
l=0 |
m = 0 |
s = +1/2 |
| n=2 |
l=1 (p-Elektronen) |
m = -1 |
s = -1/2 |
| n=2 |
l=1 |
m = -1 |
s = +1/2 |
| n=2 |
l=1 |
m = 0 |
s = -1/2 |
| n=2 |
l=1 |
m = 0 |
s = +1/2 |
| n=2 |
l=1 |
m = +1 |
s = -1/2 |
| n=2 |
l=1 |
m = +1 |
s = +1/2 |
Es können sich
maximal acht Elektronen in der 2. Periode aufhalten, davon
2 in der s-Schale (l=0)
und
6 in der p-Schale (l=1).
Für die 3. Periode
(Hauptquantenzahl n=3) gelten die Quantenzahlen:
| n=3 |
l=0 (s-Elektronen) |
m = 0 |
s = -1/2 bzw. +1/2 |
|
"
|
l=1 (p-Elektronen) |
m = -1 |
"
|
|
"
|
"
|
m = 0 |
"
|
|
"
|
"
|
m = +1 |
"
|
|
"
|
l=2 (d-Elektronen) |
m = -2 |
"
|
|
"
|
"
|
m = -1 |
"
|
|
"
|
"
|
m = 0 |
"
|
|
"
|
"
|
m = +1 |
"
|
|
"
|
"
|
m = +2 |
"
|
Es können sich
maximal achtzehn Elektronen in der 3. Periode aufhalten, davon
2 in der s-Schale (l=0)
und
6 in der p-Schale (l=1)
und
10 in der d-Schale (l=2).
Diese Quantenzahlen
sind von Bedeutung bei der Besetzung der verschiedenen Orbitale mit Elektronen.
Orbitalbilder
Für all diese
Quantenzahlen gibt es unterschiedliche Lösungen der Schrödingergleichung,
die hier dreidimensional dargestellt werden. In dieser Form verteilen sich
die Elektronen nämlich um den Atomkern:
|
1. Schale
1s-Orbital
(n=1; l=0; m=0)
Weiter
|
|
2.Schale
2s-Orbital
(n=2; l=0; m=0)
Weiter
|
|
px-Orbital
(n=2,3,4,5,6; l=1; m=-1)
Weiter
|
|
py-Orbital
(n=2,3,4,5,6; l=1; m=0)
Weiter
|
|
pz-Orbital
(n=2,3,4,5,6; l=1; m=1)
Weiter
|
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3. Schale
3s-Orbital
(n=3; l=0; m=0)
Weiter
|
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dxy-Orbital
(n=3,4,5,6; l=2; m=-2)
Weiter
|
|
dxz-Orbital
(n=3,4,5,6; l=2; m=-1)
Weiter
|
|
dyz-Orbital
(n=3,4,5,6; l=2; m=0)
Weiter
|
|
d(x²-y²)-Orbital
(n=3,4,5,6; l=2; m=+1)
Weiter
|
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dz²-Orbital
(n=3,4,5,6; l=2; m=+2)
Weiter
|
Es
gilt dabei:
-
Atome im Grundzustand
sind immer kugelförmig; alle Orbitale sind so gestaltet, dass ihre
Summe immer eine Kugelform ergibt. Daher ist das 3dz² auch
ein wenig unförmig gegenüber den anderen 3d-Orbitalen.
-
Alle Orbitale mit den
gleichen Haupt- und Nebenquantenzahlen haben bei Atomen im Grundzustand
das gleiche Energieniveau.
-
Natürlich können
sich verschiedene Orbitale auch überlappen.
Molekülorbitale
Das Kapitel Orbitale
ist noch lange nicht ausgeschöpft. Auch Moleküle weisen eigene
Orbitale auf, sogenannte Molekülorbitale. Mehr dazu unter:
[Chemieplanet
> Stoffe >
Was
sind Stoffe >
Molekülorbitale]
Was
sind Atome
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