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Was
sind Atome
Das
Schalenmodell
Was
sind Atome
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Bohr'sches
Atommodell
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"Atome sind aus einem Atomkern aus Protonen und Neutronen
aufgebaut."
-
"Um den Atomkern kreisen negativ geladene Elektronen in den
ihnen zugewiesenen Schalen."
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Der Beginn dieses
Kapitels wird mit einem Schema des Bohr'schen Atommodells eingeleitet.
Viele chemische Reaktionen lassen sich erst verstehen, wenn man mit diesem
Schalenmodell vertraut ist. Es soll hier nicht tiefer auf die mathematisch-physikalischen
Grundlagen eingegangen werden.
Die Grundaussage
dieser Theorie ist folgende: Elektronen kreisen nicht wahllos um den Atomkern,
sondern halten sich innerhalb von Schalen auf.
Der Grund dafür
folgender:
-
Elektronen kreisen mit
großer Geschwindigkeit um den Atomkern. Die elektrostatische Anziehungskraft
zwischen
Kern und Elektronen - bei der die negativ geladenen Elektronen durch den
positiven Kern angezogen werden - wird durch die Zentrifugalkraft (Fliehkraft)
der Elektronen aufgehoben. Würden die Elektronen also nicht in dieser
hohen Geschwindigkeit um den Kern kreisen, müssten sie auf den Kern
stürzen. Dabei taucht jedoch folgendes Problem auf:
-
Die klassische Elektrodynamik
ist ein Teilbereich der Physik, der sich mit Ladungen beschäftigt.
Sie sagt aus, dass bewegte Ladungen, hier die um den Atomkern kreisenden
Elektronen, immer elektromagnetische Wellen (also sichtbares oder
nicht sichtbares Licht) unter Energieverlust ausstrahlen müssten.
Dies geschieht jedoch nicht. Sonst würde auch die kinetische Energie
(Bewegungsenergie, also diejenige Energie, die das Elektron benötigt,
um den Kern zu umkreisen) der Elektronen so lange sinken, bis das Elektron
schließlich doch auf den Kern stürzt.
-
Der Physiker Niels
Bohr hatte nun folgende Idee:
-
Elektronen können
sich auf festgelegten Bahnen (Schalen)
mit jeweils unterschiedlichen Energiestufen strahlungslos, d.h. ohne
Energieverlust bewegen.
Die Besetzung von Schalen
durch Elektronen sind für die Atomstruktur, chemische Bindungen und
Reaktionen verantwortlich.
Diese Schalen werden
K-Schale, L-Schale, M-Schale u.s.w. genannt.
Für die Schalen
gilt:
-
Die (1.) K-Schale fasst
insgesamt 2 Elektronen.
Die (2.) L-Schale
und alle weiteren Hauptschalen nehmen 8 Elektronen auf (mit Unterschalen
sogar noch mehr, aber darauf wird erst eingegangen im Kapitel Unterschalen).
Für
das rechts schematisch dargestellte Natriumatom gilt beispielsweise
folgende Elektronenkonfiguration (Elektronenanordnung):
-
Die innerste Schale
(K-Schale) fasst 2 Elektronen.
-
Die zweite Schale (L-Schale)
fasst 8 Elektronen.
-
Die dritte Schale (M-Schale)
nimmt ein 1 Elektron auf. Diese Schale ist nicht gesättigt,
weil sie ja zunächst einmal 7 weitere Elektronen aufnehmen könnte.
-
Elektronen
nicht gesättigter Schalen bezeichnet man als Valenzelektronen;
sie sind für chemische Reaktionen verantwortlich.
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In
der bekannten Verbindung
Natriumchlorid (NaCl), also Kochsalz,
gibt Natrium in der Tat 1 Elektron, das äußerste an Chlor
ab. Damit hat Natrium zwei vollbesetzte Schalen und eine Schale
nicht besetzt.
Nach
der Edelgastheorie sind Atome immer
bestrebt, volle Schalen (und damit einen energiearmen Zustand) zu
erreichen. Ein fundamentaler Satz der Chemie lautet nämlich: Stoffe
sind immer bestrebt, den energiegünstigsten (energieärmsten)
Zustand zu erreichen. Um diesen Zustand zu erlangen, geben Atome in Reaktionen
Elektronen ab oder nehmen sie auf. Die Theorie heisst so, weil nach ihr
Elemente immer versuchen, durch Elektronenabgabe oder -aufnahme die stabile
Edelgaskonfiguration zu erreichen. Edelgase gehen nämlich nahezu keine
Reaktionen ein. Sie brauchen dies auch nicht, weil sie bereits volle Schalen
aufweisen:
-
Das Edelgas Helium
hat insgesamt 2 Elektronen. Die K-Schale ist voll besetzt.
-
Das Edelgas Neon
hat 2 Elektronen in der K- und 8 in der L-Schale, insgesamt
10 Elektronen. Die K- und die L-Schale sind voll besetzt
-
Das Edelgas Argon
hat 2 Elektronen in der K-, 8 in der L- und 8 in der
M-Schale, insgesamt also 18 Elektronen. Die K-Schale, die L-Schale und
die M-Hauptschalen sind voll besetzt.
-
Das Metall Natrium
hingegen hat davon 2 in der K-, 8 in der L- und zusätzlich
noch 1 Elektron in der M-Schale (insgesamt 11 Elektronen). Erst,
nachdem dieses eine Valenzelektron (z.B. an Chlor) abgegeben wurde,
weist Natrium die erstrebte Edelgaskonfiguration wie Neon
auf.
-
Das Gas Chlor
weist 17 Elektronen auf, davon 2 in der K-, 8 in der L-,
aber nur 7 in der M-Schale. Erst, nachdem ein Elektron (z.B. vom
Natrium)
aufgenommen wurde, weist Chlor die gewünschte Edelgaskonfiguration
wie Argon auf.
 |
Nachdem die Elektronen
zwischen Natrium (grün) und Chlor (blau dargestellt)
ausgetauscht sind, gehen sie die Verbindung Natriumchlorid - Kochsalz
- ein. Natriumchlorid ist bekanntlich eine stabile Verbindung,
im Gegensatz zu den hochreaktiven Elementen
Natrium und Chlor.
Hier wird deutlich:
Nur äußere Schalen nehmen an Bindungen teil (symbolisiert
durch das gelbgrüne Elektron, das Natrium an Chlor abgibt);
die inneren Schalen des Natriumatoms und des Chloratoms bleiben
erhalten. |
Mehr hierzu unter:
[Chemieplanet
> Stoffe >
Was
sind Stoffe > Ionenbindung]
Ebenso
erklärt sich die Verbindung Wasser: Das Element Sauerstoff
hat in der äußeren L-Schale nur 6 Elektronen, braucht
also noch 2, um eine ganze Schale ausfüllen zu können
und damit die gleiche Elektronenkonfiguration wie das Edelgas Neon
zu erreichen. Sauerstoff kann dafür eine Reaktion mit Wasserstoff
eingehen. Wasserstoff bietet jedoch insgesamt nur 1 Elektron
an. Um also insgesamt eine volle Schale zu erreichen, muss der Sauerstoff
mit 2 Teilchen Wasserstoff eine Reaktion eingehen. Das Ergebnis?
Wasser,
H2O!
Wasser ist
eine Verbindung aus 2 Teilchen Wasserstoff und 1 Teilchen
Sauerstoff.
 |
Von außen
betrachtet sieht ein Wassermolekül etwa wie links aus. Grün
ist sind die Wasserstoffatome, blau das Sauerstoffatom. |
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Links ist die Struktur
des Wassermoleküls schematisch dargestellt; die blauen Elektronen
stammen vom Sauerstoff, die grünen vom Wasserstoff.
Auch hier gilt: Nur äußere Schalen nehmen an Bindungen
teil; die innere Schale des Sauerstoffatoms bleibt erhalten. |
Mehr hierzu unter:
[Chemieplanet
> Stoffe >
Was
sind Stoffe > Kovalente
Bindung]
Noch etwas: Findet
ein elementares Gas keinen Reaktionspartner, um eine Edelgaskonfiguration
zu erreichen, gruppieren sich jeweils zwei Atome zu einem Molekül.
Beispielsweise teilen sich zwei Sauerstoffatome in der Form gasförmigen
Sauerstoffes
- die in der äußeren L-Schale nur 6 Elektronen statt
der erwünschten 8 aufweisen - jeweils 2 Elektronen miteinander.
So kommt es, dass gasförmiger Sauerstoff die Molekülmasse
von 32 u hat, obgleich ein einzelnes Sauerstoffatom nur die Atommasse
von 16 u aufweist.
Zusammengefasst:
-
Die
erste Schale hat Edelgasanordnung, wenn sie zwei Elektronen erhält,
alle anderen Schalen haben Edelgasanordnung, wenn sie als Außenschale
(ohne Unterschalen zu berücksichtigen)
8 Elektronen aufweisen (Oktettregel).
Bis auf die Edelgase können Atome können durch Elektronenabgabe
oder -aufnahme diese Edelgasanordnung erreichen.
Verwandte Themen:
Periodensystem
Einführung
von Unterschalen (Bohr-Sommerfeld-Atommodell)
Leider ist die Natur
nicht ganz so einfach. Es ergibt sich nämlich später aus bestimmten
theoretischen Überlegungen:
Die 3. Schale wird
zunächst nur mit 8 Elektronen besetzt. Nachdem die 4. Schale jedoch
2 Elektronen aufgenommen hat, wird nun wieder die 3. Schale auf 18 Elektronen
aufgefüllt. Danach nimmt auch die 4. Schale zunächst nur 6 weitere
Elektronen auf, hat dann also in der Summe 8 Elektronen. Aber erst mit
32 Elektronen ist die 4. Schale voll besetzt. Ebenso weist die 5. Schale
in der Summe zunächst nur 8 Elektronen auf, ist aber erst mit 50 Elektronen
voll besetzt. Weshalb ergeben sich diese Besonderheiten?
Um das zu erklären,
wurden Unterschalen von Bohr und Sommerfeld im Bohr-Sommerfeld-Atommodell
entwickelt.
Die Unterschalen
wurden s, p, d und f genannt. Auf die Unterschalen passen jeweils...
| s: |
2 Elektronen |
| p: |
6 Elektronen |
| d: |
10 Elektronen |
| f: |
14 Elektronen |
s- und p-Elektronen
zusammen ergeben übrigens die 8 Elektronen, die in dem einfachen Schalenmodell
aufgetaucht sind:
-
Die (1.) K-Schale kann
nur zwei s-Elektronen aufweisen,
-
die (2.) L-Schale kann
zwei s-, außerdem sechs p- Elektronen aufweisen, insgesamt also acht
Elektronen,
-
die (3.) M-Schale insgesamt
acht s- und p-, außerdem zehn d- Elektronen,
-
die (4.) N-Schale insgesamt
acht s-, und p-, außerdem zehn d- und vierzehn f- Elektronen.
Für
das Chloratom schreibt man beispielsweise die folgende Elektronenkonfiguration
(Elektronenanordnung):
1s22s2p63s2p5
Das bedeutet:
-
Die ersten beiden Schalen
sind voll besetzt mit 2 Elektronen in der 1s-Schale,
außerdem
-
2 Elektronen in der
2s-Schale
und 6 Elektronen in der 2p-Schale.
-
Die 3. Schale ist nicht
voll besetzt: Die 3s-Schale enthält
zwar 2 Elektronen, aber die 3p-Schale
nur 5 Elektronen; erst mit 6 Elektronen wäre eine p-Schale voll besetzt.
Eine wesentiche Antwort
auf die Fragen in der Einführung zu diesem Kapitel liefern die Betrachtungen
der Energieniveaus der einzelnen Unterschalen.
Es zeigt sich, dass
nicht alle Elektronen einer Schale das gleiche Energieniveau haben:
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6p |
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5d |
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|
|
|
4f |
| 6s |
|
|
|
|
5p |
|
|
|
|
4d |
|
| 5s |
|
|
|
|
4p |
|
|
|
|
3d |
|
| 4s |
|
|
|
|
3p |
|
|
| 3s |
|
|
|
|
2p |
|
|
| 2s |
|
|
|
| 1s |
|
|
|
Nach oben
ergibt sich eine zunehmende potentielle Energie (Lageenergie;
kann im Bohr'schen Atommodell gedeutet werden als zunehmende Entfernung
zum Atomkern, in der das Elektron um den Atomkern kreist), d.h. die Besetzung
der Schalen erfolgt von unten nach oben.
Hier wird auch erkennbar,
weshalb beispielsweise die (3.) M-Schale
erst 8 Elektronen aufnimmt und erst vollständig aufgefüllt wird,
nachdem die (4.) N-Schale mit 2 Elektronen
besetzt wurde:
-
Die Unterschale 3s
nimmt 2 Elektronen auf,
-
die Unterschale 3p
nimmt 6 Elektronen auf.
-
Die der 3p
Unterschale folgende Unterschale ist jedoch nicht 3d,
wie das Energieniveaubild zeigt, sondern 4s.
-
Aus diesem Grunde wird
die Schale 4s zuerst mit 2 Elektronen
besetzt, bevor die Schale 3d ausgefüllt
wird und die (3.) M-Schale somit komplett
ist.
Alle Nebengruppenelemente
im: Periodensystem der Elemente
Tiefer auf modernere
Atommodelle wird eingegangen unter:
Orbitalmodelle
|
Historische
Entwicklung des Schalenmodells
Das Bohr'sche Atommodell
konnte jedoch nur das Wasserstoffatom voll beschreiben und erklären,
weshalb dieses Atom bestimmte Lichtspektren bei Anregung emittiert:
Anregung heißt,
es wird dem Wasserstoffatom Energie zugeführt. Geschieht diese Anregung
durch Licht, schluckt (absorbiert) das Atom das Licht, deren Lichtenergie
dieser Wellenlänge (d.h. Farbe) entspricht. Lichtenergie ist nämlich
in einer physikalischen Formel direkt mit der Wellenlänge verknüpft:
| E (Energie) = |
h (Plank'sche Konstante) * c (Lichtgeschwindigkeit)
l (Wellenlänge) |
Plank'sche Konstante: 6,625E-34 Js
Lichtgeschwindigkeit im Vakuum: 299.998 km/s
Wellenlängen im Nanometerbereich entsprechen sichtbarem
Licht:
400 nm ist violettes Licht,
500 nm grünes, 600 nm orangenes,
700 nm ist rotes Licht.
Energie ist umgekehrt
proportional zur Wellenlänge eines Lichtes. Durch Anregung springt
das Elektron von niedrigeren auf höhere Schalen. Beim Zurückspringen
auf die niedrigeren Schalen wird diese Energie wieder frei. Dabei wird
Licht (Photonen) wieder emittiert, was man in einem Spektrum beobachten
kann.
Johann
Jakob Balmer entdeckte 1885, dass die Spektren des Wasserstoffatoms
sich durch eine Formel beschreiben lassen. Bohr erklärte, dass
diese Lichtspektren angeregten Elektronen entsprechen, die von höheren
Schalen auf die
zweite (L-)Schale zurückspringen. Die Spektralserie,
die dadurch gebildet wird, dass Elektronen auf die zweite Schale zurückspringen,
wird Balmer-Serie genannt. Die anderen
Serien wurden erst später entdeckt:
-
Die Lyman-Serie
wird durch Zurückspringen des Elektrons von jeweils höheren Schalen
in den Grundzustand, also in die erste (K-)Schale gebildet.
-
Die Paschen-Serie
wird durch Zurückspringen des Elektrons in die dritte (M-)Schale
gebildet.
-
Die Brackett-Serie
wird durch Zurückspringen des Elektrons in die vierte (N-)Schale
gebildet.
Damit konnte Bohr das
Spektrum des Wasserstoffatoms mit seiner Formel beschreiben. Er beschrieb
damit auch, dass Elektronen keine beliebigen Energiezustände annehmen
können (also auch kein kontinuierliches Spektrum emittiert
wird, nur diese Serien), sondern sich eben nur innerhalb von Schalen aufhalten.
Elektronen können jedoch von Schale zu Schale springen. Für andere
Atome seine Formel jedoch nicht mehr gültig. |
Mehr zum Thema Elemente
auch unter:
Chemische
Formeln
Eigenschaften
der Elemente
. |